Quelle:
Baua
Mit der 'Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmgeräten (Bildschirmarbeitsverordnung - BildscharbV)' wurde im Dezember 1996 die europäische Bildschirmrichtlinie in nationales Recht umgesetzt.
Bei Neueinrichtung von Arbeitsplätzen nach dem 20.12.96 muß die Bildschirmarbeitsverordnung sofort umgesetzt werden.
Bei bestehenden Arbeitsplätzen dann, wenn diese >>wesentlich verändert werden<<
Bsp.:
Seit Januar 2000 drohen Unternehmen, bei denen das nicht so ist, Bußgelder bis zu 25.000€ (Quelle: TÜV-direkt November 2000).
Zum Schutze der Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Unternehmens und um bei Nichtbeachtung ggf. hohe Bußgelder zu sparen, ist es deshalb sehr wichtig für verantwortliche Personen - insbesondere wenn Neuanschaffungen oder Umbauten nötig werden - sich über Anforderungen und Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen zu informieren.
Aufstellung im Raum
● Blendung und Reflexionen durch Lichteinfall auf dem Bildschirm vermeiden. Bildschirmarbeitsplätze parallel zur Fensterfront einrichten. Gegebenenfalls Blendschutz vorsehen.
● Raumfläche pro Beschäftigten mind. 8 bis 10 m2, bei Großraumbüros mindestens 12 bis 15 m2.
Tisch
● Tische müssen 72 cm hoch sein, Höhe von variablen Tischen an die Körpergröße des Benutzers anpassen (68 - 76 cm). Gegebenenfalls Fußstützen anbringen.
● Tischfläche mind. 1,20 bis 1,60 m lang und 0,80 m breit.
● Mindestarbeitsfläche bei Tischkombinationen 1,28 m2.
● Ausreichende Beinfreiheit unter dem Tisch gewährleisten.
● Nichtglänzende Tischoberflächen bevorzugen, um Reflexionen zu vermeiden. Helle Farbtöne sind dunklen vorzuziehen.
Stuhl
● Nur Stühle mit 5 Beinen, gebremsten Rollen sowie höhenverstellbarer und drehbarer Sitzfläche benutzen.
● Die Rückenlehne muss in der Höhe und Neigung verstellbar sein.
● Benutzer in die ergonomisch richtige Einstellung des Stuhles einweisen.
Blickfeld
● Sehabstand zum Bildschirm ca. 45 bis 60 cm.
● Die oberste Textzeile auf dem Bildschirm sollte in horizontaler Blicklinie liegen.
● Bei häufigem Schreiben Konzepthalter verwenden.
Beleuchtung
● Nennbeleuchtungsstärke für Allgemeinbeleuchtung im Arbeitsraum mind. 500 lx.
● Leuchten im Arbeitsraum parallel zur Fensterfront anordnen.
● Lichtfarben von Leuchtstofflampen neutralweiß (nw) bis warmweiß (ww).
● Die Lampen müssen flimmer- und flackerfrei wirken
● Lärmarme Drucker oder Plotter einsetzen oder die Geräte in einen separaten Raum auslagern. Der Beurteilungspegel im Arbeitsraum muss < 55 dB(A) liegen.
Bildschirm
● Nur Bildschirme mit entspiegelter Oberfläche sowie mit CE- bzw. GS-Zeichen auswählen.
● Bildschirmeinstellungen mit Positivdarstellung bevorzugen (dunkle Schrift auf hellem Grund).
Vorsorgeuntersuchungen
● Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für Bildschirmarbeitsplätze (G37) werden empfohlen. Brillenträger sollten gegebenenfalls ihre Brille überprüfen lassen.
Folgen der Bildschirmarbeit
Wer kennt das nicht – nach einigen Stunden vor dem PC fühlt man sich erschöpft und verspannt, Kopf und Nacken schmerzen, die Augen brennen oder tränen. Dazu fragt man sich hin und wieder, ob die Strahlen und elektromagnetischen Felder vielleicht doch schwere Krankheiten wie Krebs auslösen. Computerarbeitsplätze sind wohl kaum mehr aus dem Arbeitsleben wegzudenken. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was man selbst und was der Arbeitgeber tun kann und muss.
Ihre Augen erbringen vor dem Bildschirm Höchstleistungen: zwischen 1.500- und 3.500-mal wechselt der Blick in der Stunde zwischen Monitor, Tastatur und Schreibtisch hin und her. Dabei sinkt die Zahl der Lidschläge, die so wichtig sind für das Befeuchten des Auges – Brennen und Jucken sind die Folgen.
Mehr als jeder zweite der rund zehn Millionen Deutschen, die am Computer arbeiten, klagt über häufige Rückenbeschwerden und Kopfschmerzen. Bei jahrelangem Arbeiten vor dem Bildschirm sind oft Langzeitschäden die Folge.
Das RSI-Syndrom
Das RSI-Syndrom (RSI steht für engl. Repetitive Strain Injury = "Schädigung durch wiederholte Anspannung".) ist ein Sammelbegriff für Probleme ind Muskelsn, Sehnen, Gelenken und Nerven, die durch wiederholte gleichförmige Bewegungen entstehen. Es liegt auf der Hand, dass Menschen am Computer besonders häufig betroffen sind: Ständige Maus- oder Tastaturklicks gekoppelt mit einer unphysiologischen oder verkrampften Haltung und einem oft wenig ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz führen schnell zu Problemen – daher auch die alternativen Bezeichnungen "Mausarm" oder "Sekretärinnenkrankheit". Doch auch andere Menschen, die ständig gleichförmige Bewegungen mit Armen und Händen durchführen, können ebenso betroffen sein – man denke nur an Kassierer, Fließbandarbeiter oder Musiker.
Typisches Zeichen sind Schmerzen durch die Reizung der Sehne, die zunächst – wie beim Tennisarm – im Bereich des Ellenbogens auftreten, dort wo die Sehne das Muskels am Knochen ansetzt. Daneben können aber auch Schleimbeutelentzündungen, Muskelverspannungen bis zum Nacken und den Schultern sowie, durch Einklemmungen oder Reizung von Nerven, zu Schwellungen, Kribbeln, Gefühlsstörungen bis hin zu Taubheit im betroffenen Gebiet auftreten. Psychischer Stress kann die Problematik verstärken, u.a., weil er die Verspannungen steigert.
Weitere Info´s zum Thema RSI finden Sie auf folgender Homepage
http://www.rsi-online.de/
Schädliche Strahlungen vom Monitor?
Es klingt etwas gruselig: Fast das gesamte Spektrum der elektromagnetischen Strahlen kommt zur Anwendung, damit Texte und Bilder auf dem Bildschirm sichtbar werden. Aber sie machen nicht krank, das zumindest ist das Fazit mehrerer Studien, die u. a. von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Auftrag gegeben wurden. Die UV-Strahlen etwa, die vom Bildschirm ausgehen, sind geringer als die, die an einem Wintertag durch das Fenster dringen. Krebserregende UV-B und UV-C-Strahlen kommen praktisch nicht vor, und braun wird man bei der sehr geringen Menge an UV-A-Strahlen auch nicht. Die Röntgenstrahlen liegen weit unter den zulässigen Werten. Außerdem gibt es strenge Normen für Monitore. Die TCO 99-Norm hat u. a. die Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung verschärft. Und die neueren Flachbildschirme, die die alten Röhrenmodelle überwiegend abgelöst haben, strahlen gar nicht.
Allerdings kann sich in sehr trockenen Räumen die Luft stark statisch aufladen, da elektrische und magnetische Wechselfelder rund um den Bildschirm entstehen. Die Monitoroberfläche lädt sich positiv auf und zieht vor allem negativ geladene Staubpartikel an – ein bekanntes Phänomen vom schnell verschmutzenden Fernseher. Durch häufiges Lüften und eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit lässt sich dieser Effekt abmildern; für Allergiker ist das allerdings nur ein schwacher Trost.
Ein Problem bleibt: Der Mensch ist vor dem Bildschirm dem Elektrosmog massiv ausgesetzt. Wissenschaftler vermuten, dass durch elektromagnetischen Wellen die Melatoninausschüttung der Zirbeldrüse im Gehirn gebremst wird. Melatonin ist das Hormon, das den Wach-Schlaf-Rhythmus steuert. Bei reduzierter Hormonausschüttung wird das Immunsystem geschwächt, was zu Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit führen kann. Außerdem sagt man dem Melatonin eine krebshemmende Wirkung nach, d.h. umgekehrt, dass die Krebsgefahr steigen könnte, wenn weniger von dem Hormon produziert wird. Der Bildschirm allein bewirkt wohl noch nicht solch massive Veränderungen, seine Wirkung kann sich aber mit den alltäglichen elektromagnetischen Strahlungen aus einer Vielzahl anderer Quellen summieren.
Tipps: Richtige Arbeiten am Bildschirm
Grundlagen
Vorschriften/ Richtlinien/ Regeln/ Informationen
Weitere interessante Themen:
Weitere Links zum Thema